1966 wurde die Arbeitsgemeinschaft "Junge Brandschutzhelfer" gegründet,

der Vorläufer der heutigen "Jugendfeuerwehr".

Aus ihr gehören eine Anzahl damaliger Jugendlicher und Kinder heute noch der FF Königstein aktiv an.

1971 konnte dann wieder eine Frauenlöschgruppe gegründet werden.

Es war die zweite in der Geschichte unserer Wehr nach 1945 und schon bald bildeten „die Mädels“ eine kaum noch wegzudenkende Stütze im Einsatzdienst insbesondere auch in den Tagesstunden.

Nicht selten rückte das TLF 16 mit 3 bis 4 Kameradinnen und 2 Kameraden besetzt zum Einsatz aus!

Leider hatte diese wiederum nicht sehr lange Bestand.

1972 konnte das 100-jährige Bestehen unserer Wehr in würdigem Rahmen begangen werden.

Mancher der etwas älteren Königsteiner wird sich vielleicht noch an die großen Schauübungen der aktiven Kameraden und auch der „Jungen Brandschutzhelfer“ an der „Bienertmühle“ erinnern.

Das Einsatzaufkommen pegelte sich in dieser Zeit auf 10 bis 20 Einsätze pro Jahr ein.

Wiederum waren es zumeist Brände, teilweise im Stadtgebiet aber auch häufig überörtlich

(das Königsteiner TLF 16 war neben dem Pirnaer bis etwa 1978 das einzige im Oberen Elbtal!)

und eine ganze Anzahl an Hilfeleistungen bei Sturm und Hochwasser.

1987 löste ein modernes Tanklöschfahrzeug TLF 16 auf Fahrgestell W50 mit 2200 l. Wasser und 500 l Schaummittel, Wendestrahlrohr, Hitzeschutzanzügen, 3 Druckluftatemgeräten u.v.a.m. das TLF 16 auf S 4000-1 ab.

Nunmehr war jedoch das alte Gerätehaus endgültig zu klein, das neue TLF 16 passte absolut nicht mehr in die „Fahrzeughalle“! Eine Unterstellmöglichkeit wurde gesucht, alle Varianten vom nochmaligen Umbau des alten Gerätehauses bis zum Neubau erwogen und verworfen. Dazu der Druck von Seiten des damaligen Rates des Kreises: „Wenn Ihr das Fahrzeug nicht ordnungsgemäß unterstellen könnt, bekommt ihr es nicht!“

Fieberhaft wurde in Eigenleistung der Kameraden eine Garage im der Stadt gehörenden Grundstück eines ehemaligen Fuhrgeschäftes gesichert, Fenster vergittert, Tor ersetzt, Zwischendecke eingezogen und Fußboden erneuert, Heizung provisorisch sichergestellt. Doch nun begannen die Probleme erst richtig.

Mit welchen Schwierigkeiten die Stationierung der Fahrzeuge und Ausrüstung an 2 ca. 2km entfernten Orten während des alltäglichen Dienstes, insbesondere jedoch bei Alarm verbunden waren, läßt sich nur noch erahnen.

Das Löschgruppenfahrzeug "Robur" wurde 1988 durch einen neuen „Robur“ LO LF 8- TS 8 –STA mit Vorbaupumpe FP8/8 und Schlauchtransportanhänger ersetzt.

1995 vor dem neuen Gerätehaus LO LF 8- TS 8 und TLF 16 auf Fahrgestell W50

Die Zeit der Wende und des Neubeginns 1989/1990 ging auch an der Feuerwehr nicht spurlos vorüber.

Zum einen verließen einige Kameraden Königstein in Richtung alte Bundesländer,

entstandene Lücken waren nur schwer zu schließen. Andererseits konnte die Tageseinsatzbereitschaft nur noch unter größten Schwierigkeiten sichergestellt werden, da von nun an der Arbeitsplatz eindeutig

vor der ehrenamtlichen Tätigkeit in der Freiwilligen Feuerwehr stand,

und dies alles bei einem stetig steigenden Einsatzaufkommen im Vergleich zu Zeiten vor 1989/90.

Die Wehrleiter von 1946 – 1991 im Überblick

    1946 - 1959        Willy Wehner

    1959 - 1961        Herbert Wehner

    1961 - 1967        Werner Gnauck

    1967 - 1970        Herbert Wehner

    1970 - 1976        Manfred Mitreiter

    1976 - 1991        Roland Gäbel

Außerdem wurde erstmals nach 1933 wieder eine Wehrleitung gewählt, der ab 1991 Kam. Günther Röllig als Wehrleiter vorstand. Er löste Roland Gäbel nach 25 - jähriger Amtszeit ab. Zugleich wurde die Feuerwehr neu strukturiert, sie untergliedert sich jetzt in eine Einsatzabteilung, die Jugendfeuerwehr und eine Alters- und Ehrenabteilung.

Die Trägerschaft der Feuerwehr ging wieder in die Hände der Kommunen zurück, bei knappen Kassen und großem Nachholbedarf auf allen Gebieten galt es auch die Feuerwehr den neuen Bedingungen entsprechend auszurüsten.

Dabei konnte von den Kameradinnen und Kameraden ein wichtiger Teilerfolg errungen werden:

Es wurde festgelegt, das der Gebäudekomplex des ehem.

Fuhrgeschäftes Prescher zum Feuerwehrgerätehaus ausgebaut werden soll!! Es sollte jedoch noch bis zum 21.12.1991 dauern, bis das neue Gerätehaus mit 3 Fahrzeughallen,

Schulungsraum und Sanitärtrakt im so genannten ersten Bauabschnitt bezogen werden konnte.

Am 09. November 1991 gründete sich in Königstein der Feuerwehrverein mit dem Ziel, die Feuerwehr Königstein zu unterstützen, das Gemeinschaftsleben zu fördern,

bei Veranstaltungen mitzuwirken und die Bewohner der Stadt über die Tätigkeit der Feuerwehr zu informieren.

Ein erster wichtiger Meilenstein in der Vereinsarbeit war die Ausgestaltung der Feierlichkeiten

anlässlich 120 Jahre FF Königstein gemeinsam mit der Feuerwehr.

Auftakt dazu bildete ein so erstmals durchgeführter Tag der offenen Tür im Juni 1992

am neuen Standort unter Einbezug verschiedener Händler,

der Brandschutztechnik Görlitz GmbH und der FF Bad Schandau mit ihrem neuen Vorausrüstwagen.

Im September 1992 folgte dann bei herrlichem Spätsommerwetter das eigentliche Festwochenende

mit Festzeltbetrieb, Schauübungen der Einsatzabteilung und der Jugendfeuerwehr, historischem Festumzug und abschließendem großen Festumzug am Sonntag. Abgeschlossen wurde das Gründungsjubiläum

mit einer Festveranstaltung und anschließendem Feuerwehrball am Gründungstag, dem 12. November.

Nach langer Hilflosigkeit bei den immer häufiger werdenden Einsätzen

zur technischen Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen war es dann endlich soweit,

am 17.09.1993 konnte dann der Verein einen mit eigenen und Sponsorenmitteln aufgebauten Vorausrüstwagen (VRW)

an die Einsatzabteilung übergeben. Das in Eigenleistung der Kameraden

vom ehemaligen KLF zum VRW umgebaute Fahrzeug vom Typ B 1000

war mit den erforderlichen Geräten zur technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen und anderen Unfallereignissen ausgerüstet. Der hydraulische Rettungssatz dazu (Variogerät Fabrikat Weber) wurde vom Landratsamt bereitgestellt,

die ersten Presslufthebekissen stammten aus Königstein im Taunus.

Zum Ende des Jahres 1993 folgte dann noch die Indienststellung des ersten MTW,

ebenfalls ein Barkas B 1000 entstanden wiederum mit Unterstützung des Vereins und von Sponsoren

aus einem ehemaligen Krankenwagen. Beide Fahrzeuge waren bei einem Aufkommen

von nunmehr 40 bis 45 Einsätzen pro Jahr, davon ca. 60 % technische Hilfeleistungen,

nicht mehr aus dem Fahrzeugbestand wegzudenken.

Die Eingemeindung des benachbarten Pfaffendorf brachte 1994/95 eine erneute Änderung der Struktur der Wehr,

 es wurde die Stadtfeuerwehr Königstein bestehend aus den Ortsfeuerwehren Königstein (Stützpunkt) und Pfaffendorf

ins Leben gerufen. Der gewählten gemeinsame Wehrleitung stand Kamerad Günther Röllig als Stadtwehrleiter vor, Ortswehrleiter Königstein wurde Kamerad Uwe Hübsch. 

Das Jahr 1995 war wieder von Baumaßnahmen und unzähligen Arbeitseinsätzen geprägt.

Der Vorplatz und die Außenfassade des Gerätehauses wurden von Baufirmen saniert,

die Kameraden überholten ein aus Mitteln des Feuerwehrvereins und Sponsoren gekauftes LF 8 auf Mercedes Benz

mit Vorbaupumpe, welches im Oktober 1995 feierlich an die Jugendfeuerwehr übergeben werden konnte.

Das Gerätehaus sah zwar nun von außen recht schmuck aus,

fertig saniert und in einwandfreiem Zustand war es deswegen aber lange noch nicht!

Für die letzten beiden Hallen fehlte der Innenausbau nebst Heizungserweiterung, die alten Stahltore boten keinerlei Wärmedämmung, von ausreichend Lagermöglichkeiten ganz zu schweigen.

Die Jugendfeuerwehr 1995,mit ( links) Stellv. Wehrleiter- Toni Mitreiter, (3.v. links)

Stellv. Jugendwart- Michael Petrick und (rechts) Jugendwart Andreas Anders und im Hindergrund ihr neues Fahrzeug.

 

Nach einem weiteren Wechsel an der Spitze der Wehrleitung ist Kamerad Uwe Hübsch

seit 1997 Stadtwehrleiter und Kamerad Toni Mitreiter Ortswehrleiter von Königstein.

Eine erste Bewährungsprobe bestand die neue, altersmäßig recht junge Wehrleitung

(zum Zeitpunkt waren außer dem Gerätewart alle Leitungsmitglieder unter 40 Jahre alt) gemeinsam mit dem Feuerwehrverein mit der Ausrichtung der Feierlichkeiten zum 125. Gründungsjubiläum der Wehr im September 1997. Erstmalig war Königstein dabei Gastgeber für einen Kreisjugendfeuerwehrtag.

Weitere Höhepunkte waren eine große Schauübung der Einsatzabteilung gemeinsam mit Wehren umliegender Orte

 an der Mittelschule, eine Schauübung der Jugendfeuerwehr,

eine historische Übung mit den Alterskameraden und wiederum ein Fahrzeugkorso historischer und moderner Einsatzfahrzeuge von der Papierfabrik bis zum Festplatz auf den Elbwiesen.

    

Am 17.07.1998 konnte das erste seit 1938 von der Stadt Königstein wieder selbst gekaufte

Feuerwehrfahrzeug feierlich in Dienst gestellt werden,

der neue VRW auf VW T4 synchro löste den mittlerweile altersschwachen B 1000 (Baujahr 1969) ab.

Vom Feuerwehrverein wurden dabei Gelder zur Ergänzung des hydraulischen Rettungssatzes beigesteuert,

so dass nunmehr eine Schere S90 und Spreizer SP 30 bereitstehen.

 Weitere Ausrüstungsgegenstände für die technische Hilfeleistung wie Rettungszylinder RZ 2 und RZ 3 wurden 1999

 mit Hilfe von Fördermitteln des Freistaates Sachsen beschafft,

 ebenso wie eine leistungsfähige TS 8/8 Rosenbauer Fox für das LF8 auf LO.

Alter (Barkas B1000) und neuer Vorausrüstwagen (VW T4 synchro ) 1998

1999 begann auch die schrittweise Ausrüstung der Atemschutzgeräteträger mit NOMEX Überjacken nach HuPF

und mit der Eingemeindung des Ortes Leupoldishain kam eine 3. Ortsfeuerwehr hinzu.

Der alte MTW auf Barkas B1000 konnte im November 1999 mit großer Unterstützung von Sponsoren und des Feuerwehrvereins durch einen gebraucht erworbenen VW T4 ersetzt werden, welcher mit vielen Eigenleistungen der Kameraden zum Mehrzweckfahrzeug für die Feuerwehr hergerichtet wurde.

Ein weiterer Höhepunkt im Leben unserer Feuerwehr sollte das Jahr 2000 werden.

Zum einen stiegen die Anforderungen im Einsatzdienst nochmals drastisch an,

die Einsatzzahlen kletterten auf glatte 70 und den Beteiligten werden der Großbrand in der Sächsischen Schweiz Fleisch GmbH Pirna (3 Todesopfer unter der Belegschaft) und der gleich im Anschluss darauf folgende Waldbrand auf dem Großen Winterberg vom 21.06.00 bis 23.06.00 wohl langfristig in Erinnerung bleiben.

Außerdem konnte im November 2000 endlich das Langersehnte LF 16-TS in Dienst gestellt werden,

welches vom Landkreis nach Umsetzung der Gemeindegebietsreform im Rahmen des erweiterten Katastrophenschutzes

 in Königstein stationiert wurde. Das LF 8 auf Robur LO versieht nun in der Ortsfeuerwehr Leupoldishain seinen Dienst,

wo es einen S 4000 aus dem Jahr 1961 ersetzte.

Ebenfalls im Jahr 2000 begannen die intensiven Vorbereitungen für den kaum noch für realisierbar gehaltenen

nun doch in greifbare Nähe gerückten Grundhaften Um- und Ausbau des Königsteiner Gerätehauses

– 11 Jahre Stückwerk sollten nun doch noch einen positiven Abschluss finden?!

Ein bereits aus den Jahren 1990/91 stammendes Projekt wurde wieder aus der Schublade geholt und den heutigen Anforderungen entsprechend überarbeitet und angepasst, der Fördermittelantrag beim Regierungspräsidium Dresden gestellt.

Im Frühjahr 2001 kam dann der positive Fördermittelbescheid, so daß der Bau am 20.07.01 mit Eigenleistungen der Kameraden zum Aushub der Baugrube für den Anbau beginnen konnte. Nach Abschluß der Bauleistungen bei laufendem Betrieb (!) und unzähligen Stunden an unentgeltlicher Arbeit der Kameraden einschließlich der damit verbundenen Nervenschlacht bei allen Beteiligten hoffen wir auf eine Inbetriebnahme des neuen Hauses mit 4 Stellplätzen, einem Lager und den nach Gerätehausbaurichtlinie erforderlichen Funktionsräumen noch im III. bzw. IV. Quartal 2002.

Weitere Informationen zu den Mannschaften, Fahrzeugen, Geräten und zum Gerätehaus unserer Wehr sind auf den anderen Seiten zu finden.